Bieling Architekten

Erzbischöfl. Theologenkonvikt

Paderborn

Ziel des Entwurfes ist die Verknüpfung einer funktionalen Verbesserung der Gebäudenutzung mit der Findung einer neuen Identität und Atmosphäre für das Leokonvikt. Die bisher verteilten Nutzungen werden in der historischen Bausubstanz neu organisiert. 

Zentraler Raum des Konvikts wird ein großzügiges, helles Foyer im Erdgeschoss. Seine Fläche wird gegliedert durch eingestellte Körper für die notwendigen Büroarbeitsplätze. 

Die Obergeschosse nehmen zukünftig die Wohnungen der Studenten auf. Vierzig Wohnungen sind in Wohngruppen für jeweils sechs bis acht Studenten organisiert. Aufenthaltsräume und Wohnküchen sind offen oder durch Raumteiler über den Flur miteinander verbunden. Bodentiefe Fenster markieren diese Bereiche in der Fassade und sorgen durch großzügige Belichtung für die gewünschte Öffnung zum Außenraum. 

Das Dachgeschoss ist im Mittel- und Südflügel als separater Bereich den Seminaristen vorbehalten. Die Wohnungen sind als Maisonetten ausgebildet. Die Wohnzimmer werden über eine großzügige Dachgaube belichtet und sind zum Innenhof ausgerichtet. Jeweils oberhalb der Bäder führt eine Treppe zu einem emporenartigen Schlafbereich. Die Flure sind durch ein Wechselspiel aus Sitznischen und Loggien gegliedert und belichtet. Ein offener Wohn- und Essbereich bildet das Zentrum jeder Wohngruppe.

Gut erreichbar und trotzdem separiert im Übergang von Mittel- zum Nordflügel sind der liturgische Übungsraum und der Meditationsraum angeordnet. Sie stehen als körperhafte Einbauten unter den Dachflächen. Der sakrale und meditative Charakter ihrer Nutzung wird durch eine verdeckte Belichtung aus Lichtbändern im Dach unterstrichen, die ihre Konturen betont und sie zu einem Haus im Haus werden lässt.