Bieling Architekten

Bergedorf / Kirchwerder

Hamburg

Auf dem Gelände einer ehemaligen Bäckerei entsteht im Stadtteil Kirchwerder ein Nahversorgungszentrum. Dieses Vorhaben hat zum Ziel, dem stark ländlich geprägten Charakter der Vierlande Rechnung zu tragen und eine auf den speziellen Ort gerechte Antwort zu finden.

Die über Jahrhunderte entstandene Kulturlandschaft aus Garten- und Ackerbauflächen erhält ihre Eigenständigkeit durch die starke lineare Rasterung des Landschaftraums. Die ausgeprägte Parallelität der einzelnen Parzellen wird einerseits durch Landschaftselemente, wie Gräben, Baumreihen und Felder, andererseits durch planerische Elemente wie Straßen, Wege und Gebäude gestärkt. Es entwickelt sich ein klar lesbares Raster, welches unterschiedliche Nutzungen und Funktionen aufnimmt und in unregelmäßigen Abständen in Querrichtung gestört bzw. unterbrochen wird. Die ländliche Bebauung ordnet sich dabei unter. Die tief in den Landschaftsraum reichenden Grundstücke entwickeln sich vom Straßenrand mit zumeist giebelständigen kleineren Häusern, über größere Gewächshäuser und Lagerhallen bis hin zu Anbau- und Weideflächen.

Das städtebauliche und freiraumplanerische Konzept greift diese Merkmale auf, um eine dem Charakter des Ortes entsprechende Antwort zu geben.

Entsprechend seiner Längsausrichtung wird das Grundstück in drei Zonen aufgeteilt, welche der vorherrschenden Zonierung des Landschaftraums folgen. Die drei Bereiche erhalten dabei unterschiedliche Funktionen. Die mittlere widmet sich dem Thema Verkehr, die beiden äußeren dagegen beherbergen die geplanten Nutzungen am Standort. Dabei entwickeln sich die Baukörper in einer eigenständigen Typologie vom Straßenrand in die Tiefe. Kleinere und der Gebäudehöhe der umgebenden Bebauung entsprechende giebelständige Baukörper bilden den Auftakt für eine in unterschiedlichen Abständen unterbrochene Kette an Gebäudekörpern, welche sich mit gestalteten Freiräumen abwechseln und somit zur Qualität des Quartiers beitragen. Dem Verlauf des Entwässerungsgrabens folgend, welcher die Längsrichtung an dieser Stelle bricht, schließt das Quartier auf seiner Südseite mit einem Hallenbaukörper ab und fasst den Außenraum.

Die geschickte Zonierung ermöglicht einerseits eine eindeutige Adressbildung und Auffindbarkeit der einzelnen Funktionen, andererseits unterstützt die Konzentrierung der Zu- und Abfahrten und der Stellplätze im Inneren der Anlage eine Minimierung des Lärmeintrags in benachbarte Viertel und entwickelt dabei entlang der Straße „Auf dem Sülzbrack“ eine klare städtebauliche Kante.